Mit seinen Freunden zusammen an einem Herzensprojekt arbeiten, das richtig viel Spaß macht. Und auch nur so viel wie man möchte. Und auch nur dann, wenn es einem passt. Klingt das in deinen Ohren vielleicht ein wenig verrückt? Jedenfalls nicht so wie der heutige Standardjob oder?
Wir möchten dir hier erzählen, wie es zu der Idee von Eis zum Frühstück gekommen ist.
Warum wir das Projekt gestartet haben
Wir finden, dass Arbeit wieder Spaß machen soll. Ein bisschen so, wie man sich die Arbeit als Kind vorgestellt hat, als man noch Astronautin oder Archäologe werden wollte.
Viele von euch kennen sie vielleicht — die klassische eindimensional hierarchische Unternehmensstruktur. Die Chef:in sagt einem, was man zu tun hat und dann wird das abgearbeitet. Herausforderungen sind da eher selten und so wirklich Spass macht der Job auch nicht so oft.
Oli, der Gründer von Eis zum Frühstück hatte keine Lust mehr auf diese Art der Arbeit, denn es fehlten ihm die Aspekte des persönlichen Wachstums, der Kreativität, der Verantwortung, der Menschlichkeit und der Feedbackkultur. Oli wollte daher etwas Neues probieren. Die Idee von Eis zum Frühstück war geboren. Den Grundstein dabei bildet, dass die Macht dezentral gleichwertig verteilt wird und soziokratische Elemente miteinbezogen werden. Entscheidungen werden meist nach dem Konsent-Prinzip getroffen.
Und ganz wichtig ist natürlich auch: der Sinn und die Freude an der Arbeit sollen dabei im Vordergrund stehen.
Wie wir gestartet sind
Der Start von Eis zum Frühstück hatte noch gar nicht so viel mit dem Thema New Work zu tun, denn Oli hatte sich aus einer fixen Idee heraus selbstständig gemacht. Im Sommer 2021 hatte er sich die App Blattwerk ausgedacht und mit der Programmierung begonnen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Oli zwar schon den Wunsch nach einer Unternehmensstruktur mit anderen Mitarbeiter:innen, allerdings auch keine Ahnung, wie sich dies ganz ohne Bezahlung hätte realisieren lassen. Dass Geld als Motivation bei Eis zum Frühstück gar keine Rolle spielen sollte, konnte er sich damals noch nicht vorstellen. Aber dazu später mehr.
Oli ging dann zunächst aus der Not heraus aktiv auf Mitarbeiter:innensuche. Denn nach monatelanger Arbeit fehlte ihm die Motivation, alleine weiter zu arbeiten. So fand er Caro, die ihre Masterarbeit über Eis zum Frühstück schrieb. Nächster Mitstreiter wurde „Hamburg“ Janis, der sich für das Projekt begeistern ließ. Zu dritt gelang es zum ersten Mal, ein echtes Teamgefühl in der Firma zu erzeugen. Diese Energie und Motivation führte dazu, dass sich uns weitere Mitarbeiter:innen anschlossen, zunächst Mia und dann „Jura“ Janis.
Die Entwicklungsphasen
Zunächst arbeitete das gesamte Team an der Realisierung der App „Blattwerk“. Die Motivation aller war dabei, nicht klassisch arbeiten zu wollen, sondern stattdessen etwas Neues auszuprobieren. Wichtig war uns in dieser Phase vor allem, gemeinsam eine gute Zeit zu haben und gleichzeitig an einem Projekt zu arbeiten. Als festen Bestandteil der Zusammenarbeit haben wir damals regelmäßige Retrospektiven etabliert. Die größte Herausforderung in der Anfangszeit (und auch heute noch) war es, neben dem Hauptjob noch genügend Zeit für Eis zum Frühstück zu finden.
Das Herzstück des Unternehmens, den Golden Circle, erstellten wir beim ersten gemeinsamen Mitarbeiter:innen Treffen in Hamburg.

Wie du sehen kannst, ist die zentrale Motivation für alle bei Eis zum Frühstück „Sinn und Freude im Arbeiten zu finden und andere auf ihrem Weg dorthin zu unterstützen“. Abgesehen davon hat natürlich jede:r ihre ganz eigenen persönlichen Gründe mitzumachen (guck dir dazu gerne unsere Poesiealbumseite an [link]).
Besondere Herausforderungen für die Zusammenarbeit entstanden dadurch, dass nicht alle Mitarbeiter:innen an einem Ort wohnen.
Da sich das Team tatsächlich regelmäßig nur digital treffen kann, gab es immer wieder Phasen, in denen die Motivation und der Teamgeist zu sinken drohten. Dem begegneten wir mit gemeinsamen Aktivitäten vor Ort. So trafen wir uns zum Beispiel in einer Hütte in Österreich für ein gemeinsames Wochenende. Solche Aktivitäten machen nicht nur jede Menge Spaß, sondern fördern auch den Teamspirit enorm.
Aber auch die Arbeit hat sich seit dem Start von Eis zum Frühstück sehr verändert. Wie bereits erwähnt, haben wir alle zuerst an der App „Blattwerk“ gearbeitet. Doch wie du im Golden Circle sehen kannst, möchte jede:r im Team auch andere auf ihrem Weg dorthin [Sinn und Freude im Arbeiten zu finden] unterstützen. So entstanden neue Projekte, um auch dieses Ziel zu verfolgen. Zum Beispiel führten wir einen Feedback-Workshop durch, um anderen die Vorteile dieses wertvollen Instruments der Zusammenarbeit vorzustellen.
Eine Herausforderung zu diesem Zeitpunkt war, sich nicht in zu vielen verschiedenen Projekten zu verlieren. Gerade in Kombination mit der geringen verfügbaren Arbeitszeit der Mitarbeiter:innen führte dies zeitweise zu geringen Fortschritten in den jeweiligen Projekten. Darunter litt wiederum die Motivation. Extrem wertvoll waren hier die regelmäßigen Retrospektiven. Dabei konnten die enstandenen Probleme offen und ehrlich kommuniziert und identifiziert werden. Dies und individuelle Lösungsansätze sorgten für neue Motivationsschübe und die Gewissheit, Krisen gemeinsam bewältigen zu können.
Heute
Nach nun fast einem Jahr Eis zum Frühstück können wir bereits auf einige Erfolge zurückblicken. Wir haben eine App entwickelt,, mit der sich Geschichten auf dem Handy erleben lassen (die kannst du dir hier kostenlos downloaden: https://eiszumfrühstück.works/blattwerk/)
Außerdem haben wir viele Techniken der Entscheidungsfindung und der hybriden Zusammenarbeit ausprobiert, die wir jetzt nach und nach mit euch teilen wollen (freu dich schon einmal auf die nächsten Artikel von Oli und Caro). Und wir haben einen Workshop zum Thema Feedback mit vielen Teilnehmern erfolgreich durchgeführt.
In Zukunft wollen wir „Blattwerk“ weiter verbessern und mehr Geschichten zur Verfügung stellen. Außerdem werden wir diesen Blog ausbauen und versuchen, mehr von unseren Erfahrungen im Bereich der alternativen Arbeit mit der Welt zu teilen.
So haben wir im April einen Spot als Speaker auf der größten deutschsprachigen New-Work Konferenz.
Auf den ersten Blick erscheint es vielleicht seltsam: Niemand von uns verdient Geld mit der Arbeit bei Eis zum Frühstück. Natürlich würden wir uns freuen, wenn sich das in Zukunft ändern würde. Denn dann hätten wir alle mehr Zeit für Eis zum Frühstück! Aber wir finden, dass allein die Tatsache, dass wir bereits seit einem Jahr motiviert sind, weiterzumachen und dabei ganz ohne finanzielle Entlohnung auskommen, schon ein großer Erfolg an sich ist (man bedenke, dass die Hauptmotivation für die meisten Arbeitnehmer:innen die Lohnüberweisung am Ende des Monats ist).
Fazit
Viele Menschen haben heute das Gefühl, ihrer Arbeit mehr Sinn und Freude geben zu wollen. Das Thema New-Work ist in aller Munde. Es gibt viele tolle Ideen und Projekte da draußen, die alle ihren Beitrag leisten und ihren eigenen Weg gehen.
Wir hoffen, dir mit diesem Artikel unsere Motivation und unsere Herangehensweise etwas näher gebracht zu haben. Und vielleicht kennst du ja auch das eine oder andere Problem, mit dem wir konfrontiert waren und unser Lösungsansatz kann dir auf deinem eigenen Weg weiterhelfen. Wir würden uns freuen von deinen Erfahrungen zu hören, oder vielleicht hast du ja auch eine Anmerkung zu diesem Artikel? Schreib uns liebend gerne einen Kommentar unter diesen Artikel, alternativ findest du uns auch bei insta (https://instagram.com/eiszumfruehstueck.works). Wir freuen uns über jeden Austausch, also melde dich gerne bei uns 🙂
Schokoladiger Gruß und bis bald mit Neuem zu New-Work,
dein Hamburg-Janis von Eis zum Frühstück
Schreibe einen Kommentar