Eis zum Feedback
Wir bei Eis zum Frühstück wollen uns ständig weiterentwickeln – das gilt für unsere Arbeit, aber auch für uns persönlich. Aus diesem Grund finden wir es wichtig, dass wir uns gegenseitig Feedback geben. Denn: Feedback ermöglicht es jedem von uns, zu verstehen, wie man selbst auf andere wirkt. Dieser Input von außen ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis und kann außerdem wertvoll für innere Erkenntnisse und auch Entwicklungsprozesse sein. In diesem Artikel wollen wir dir erklären, warum Feedback ein so wertvolles Instrument für unsere Zusammenarbeit ist. Außerdem beschreiben wir, wie wir uns bei Eis zum Frühstück Feedback geben. Viel Spaß beim Lesen und am Ende freuen wir uns natürlich über dein Feedback! 😉
Was Feedback ist – und was nicht
Obwohl das Wort Feedback eigentlich aus dem Englischen kommt, hat es in unserem täglichen Sprachgebrauch einen festen Platz eingenommen. Das deutsche Wort, was dem am ehesten entspricht, ist wohl Rückmeldung. Feedback geben bedeutet im Allgemeinen eine andere Person darüber zu informieren, was ich von ihr wahrgenommen habe und welche Wirkung das auf mich hat.
Wichtig ist: Beim Feedback geben geht es nicht darum, dem Gegenüber endlich mal die Meinung vor den Latz zu knallen, sondern darum, die eigene Wahrnehmung transparent zu machen und die Wirkung, die es ausgelöst hat, zu erklären. Feedback sollte wertschätzend und offen kommuniziert werden und der/demjenigen, die/der das Feedback erhält, die Möglichkeit geben, die eigene Wirkung auf andere zu verstehen. Dabei sollte die Erwartungshaltung klar sein: Nur, weil du deiner/deinem Kolleg:in nun gesagt hast, dass dich eine bestimmte Verhaltensweise stört, liegt es an ihr/ihm, zu entscheiden, wie sie damit umgeht. Du hast nicht das Anrecht darauf, zu fordern, dass sich dieses Verhalten nun sofort um 180° nach deinen Wünschen verändert.
In diesem Zusammenhang fällt oftmals der Satz »Feedback ist ein Geschenk«. Und auch, wenn dir diese Phrase etwas abgedroschen vorkommt: So ist es wirklich. Zum einen aus dem eben beschriebenen Grund, dass die/der »Beschenkte« mit dem Feedback machen kann, was sie oder er möchte. Zum anderen ist es so, weil »gutes« Feedback wirklich, wirklich bereichernd ist. Mit gutem Feedback meine ich gut vorbereitetes und wertschätzendes Feedback; nicht unbedingt nur das Hervorheben von positiven Aspekten, obwohl das natürlich auch immer wichtig ist. Wie dir das gelingt, erfährst du natürlich gleich.
Alle Teammitglieder bei Eis zum Frühstück, die vorher noch nie Feedback erhalten oder gegeben haben, waren nach ihrer ersten Session sehr begeistert – es war ein regelrechter Feedback-Hunger zu beobachten, um mal beim Bild des Essens zu bleiben.
Es ist ein schönes Gefühl der Wertschätzung und Vertrautheit, zu erfahren, dass sich das Gegenüber intensiv Gedanken über dich gemacht hat. Auch, wenn negative Punkte angesprochen werden, sollte es immer das Ziel bleiben, das Feedback wertschätzend zu formulieren. Und wir versprechen dir: Wenn beide Beteiligten sich darauf wirklich einlassen, wirst du dich nach einem Feedbackgespräch immer besser und mit deiner/deinem Gesprächspartner:in verbundener fühlen als davor.
Im Arbeitskontext kennst du vielleicht das jährliche Feedbackgespräch mit deiner/deinem Vorgesetzten. Je nachdem, wie dieser Prozess in deiner Firma organisiert ist, handelt es sich dabei unserer Meinung nach oft nicht um wertvolles Feedback. Meist wird ein:e Mitarbeiter:in nach einem vorgefertigten Schema in mehr oder weniger passenden Kategorien beurteilt. Und das fühlt sich oft für beide Seiten komisch an, oder? Nach so einem Feedbackgespräch, oder sagen wir besser Jahresgespräch, gehen die Gesprächspartner meist auseinander und sind froh, dass es vorbei ist. Vielleicht bist du selbst Vorgesetze:r und möchtest in diesem Jahr mal etwas Neues ausprobieren und gibst deiner/deinem Mitarbeiter:in (zusätzlich) auch Feedback nach unserer Methode? Oder du bist Mitarbeiter:in und gibst deiner/deinem Vorgesetzten einfach mal Feedback zum Feedback? Wie das geht, erklären wir dir ganz bald. Im folgenden Abschnitt erzählen wir dir erst einmal, was wirklich gutes Feedback für jede:n einzelne:n und auch euer Unternehmen ausmachen kann.
Vorteile von Feedback – für jede:n, das Team und euer Geschäft
Bei Eis zum Frühstück hat sich ein regelrechter Feedback-Hype entwickelt. Dadurch, dass eine Person Feedback erhält, fühlt sie sich gesehen und wertgeschätzt. Das ist zum einen ein toller Baustein für das Vorantreiben der persönlichen Entwicklung. Zum anderen steigt durch die erfahrene Wertschätzung auch die Lust, sich einzubringen und zu engagieren. Das fühlt sich nicht nur für jede:n einzelne:n richtig gut an, sondern hat auch noch weitere Vorteile: Ihr werdet ein echtes Team – eine Mannschaft – und damit auch produktiver. Das liegt einerseits am bereits angesprochenen Motivationsschub, den die einzelnen Teammitgliedern erleben, andererseits an der Vertrauensbasis, die sich durch das gegenseitige Feedbacken aufbaut. Durch regelmäßige Feedback-Sessions haben alle die Gewissheit, dass alles angesprochen werden kann und dass dies auch getan wird. Über Eigenarten oder Fehler wird nicht gelästert, sondern sie werden aktiv und wertschätzend angesprochen, ohne zu verurteilen. Sind diese Ängste und Zweifel verschwunden, entsteht Platz für frische Ideen und Mut, auch mal etwas Neues auszuprobieren, ohne zu wissen, wie es sich entwickelt. Außerdem bietet ein fester Feedback-Rahmen auch Platz und Gelegenheit für bestärkende Worte, Nettigkeiten und Komplimente. Die bekommt schließlich jeder gern, oder? Nebenbei sorgen sie auch dafür, dass sich eine positive Atmosphäre entwickeln kann, in der jede:r sich wohlfühlt und Raum für Weiterentwicklung hat.
Und dass das auch Vorteile für euer Business hat, das liegt ja auf der Hand. Cool – das klingt doch nach einer Win-Win-Win-Situation für alle, oder? Finden wir auch. Im Folgenden stellen wir euch unsere WWW-Methode vor. Was die Ws bedeuten, erfährst du gleich.
Feedback nach der WWW-Methode: Das Eis zum Frühstück-Prinzip
Wir bei Eis zum Frühstück nutzen die sogenannte WWW-Methode, die an die gewaltfreie Kommunikation angelehnt ist, um uns Feedback zu geben. Die 3 W’s stehen für:
- Wahrnehmung
- Wirkung
- Wunsch
Nach diesem Schema wird also jeder einzelne Punkt, der angesprochen werden soll, bearbeitet. Im Folgenden haben wir dir ein Beispiel aufgeschrieben, wie es aussehen könnte, wenn sich eine Person eine Änderung im Verhalten ein:e Kolleg:in wünscht. Beim Feedback geben ist es natürlich von Bedeutung, dass auch positive Punkte angesprochen werden. Das stärkt die angesprochene Verbindung zwischen den Personen ganz besonders. Im nächsten Abschnitt beschreiben wir, wie du negativeres Feedback am besten einbetten kannst, aber erst einmal geht es nun mit unserem Beispiel weiter:
Wirkung
Es fällt uns bei der Vorbereitung meistens leichter, mit der Wirkung zu beginnen. Zum Beispiel könnte es sein, dass du genervt von deiner/deinem Kolleg:in bist. Am besten fragst du dich in diesem Schritt, ob das wirklich das korrekte Gefühl ist oder ob sich noch andere dahinter verstecken. Vielleicht bist du auch enttäuscht oder verwundert? Versuche, deine Gefühle so konkret und offen wie möglich zu formulieren.
Wahrnehmung
Im zweiten Schritt schaust du dir an, was diese Gefühle in dir auslöst – also welche Wahrnehmungen du machst. Dein:e Kolleg:in kommt ständig zu spät zum Meeting oder erledigt ihre Aufgaben niemals wie abgesprochen? Achte in diesem Schritt darauf, dass du deine Wahrnehmungen nicht verallgemeinerst – immer sagst du, nie machst du, ständig bist du – sondern auf konkrete Situationen beziehst: »Mir ist aufgefallen, dass du die Aufgabe XY nicht bis zum vereinbarten Datum erledigt hast, obwohl du es mir zugesichert hast. Ich habe auf deinen Input gewartet, da ich dringend damit weiter arbeiten musste, doch leider kam von dir keine Meldung.«
Rückkopplung zur Wirkung
Nun kannst du noch einmal schauen, ob du die Wirkung wirklich treffend formuliert hast. In diesem Fall könntest du dazu vielleicht formulieren: »Ich war wütend auf dich und traurig, denn ich habe mich überfordert gefühlt und wusste nicht, wie ich meinen Berg an Aufgaben nun überwinden sollte.«
Wunsch
Zuletzt formulierst du, welches Verhalten du dir von deinem Gegenüber wünschen würdest, damit du zufrieden bist und ihr gut miteinander arbeiten könnt. Im angesprochenen Beispiel könntest du sagen: »Ich wünsche mir, dass du deine Aufgaben so erledigst, wie wir es vereinbart haben. Ich möchte meine Arbeit auch gut machen und bin auf eine gute Zusammenarbeit angewiesen. Wenn du in Zeitnot gerätst und sich deine Prioritäten verändern, verstehe ich das natürlich. In diesen Fällen wünsche ich mir, dass du mir vorab Bescheid gibst.«
Der Ablauf eines Feedbackgesprächs
Die Vorbereitung
Wenn du ein Feedbackgespräch durchführen möchtest, ist es wichtig, dass du dir und deinem Gegenüber genügend Raum und Zeit dafür gibst. Plane den Termin also am besten einige Tage oder Wochen im Voraus ein und überlegt gemeinsam, wann ein guter Zeitpunkt dafür ist. Schafft eine entspannte Atmosphäre ohne dringende Termine direkt im Anschluss oder mit großem Hunger kurz vor der Mittagspause.
Wir planen unsere Feedbackgespräche so, dass sich immer beide Partner Feedback geben – so machen beide eine ähnliche Erfahrung und es entsteht nicht das Gefühl einer Hierarchie oder eines Machtgefälles.
Wir empfehlen – besonders wenn du noch nicht so geübt darin bist, Feedback zu geben – dir ausreichend Zeit für die Vorbereitung zu nehmen. Plane dafür am besten ein paar Tage vor dem Gespräch genügend Zeit ein, sodass du auch noch einmal über deine Gedanken schlafen kannst. So kannst du gelassen und gut vorbereitet in dein Feedback-Gespräch starten, ohne hektisch noch die letzten Notizen zu machen, während du deinem Gesprächspartner schon gegenüber sitzt. Deine gute Vorbereitung bildet das Fundament deines wertvollen Feedbacks für dein Gegenüber und drückt deine Wertschätzung aus.
Das Gespräch
Wie schon angesprochen, ist eine entspannte Atmosphäre sehr wichtig für dein Feedbackgespräch. Wenn möglich, plane dies also im Idealfall auch als persönliches Gespräch in einer netten Umgebung ein. Gut eignet sich zum Beispiel ein ruhiger Meetingraum mit bequemen Möbeln in eurem Büro. Führt das Gespräch nicht zwischen Tür und Angel in der Gemeinschaftsküche oder gar in einem trubeligen Café. Wenn es sich nicht anders einrichten lässt, ist ein Online-Meeting, bei dem beide Gesprächspartner in einer gemütlichen Umgebung sind, auch eine Option.
Nun kommt der Teil, den du vielleicht zunächst merkwürdig findest: Die Person, die zuerst Feedback bekommt, dreht sich um. Dies gibt ihr die Möglichkeit, das Feedback in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Wir Menschen neigen dazu, unser Gegenüber genau zu analysieren, während wir uns unterhalten und miteinander agieren. Wir interpretieren die Gestik und die Mimik und leiten daraus wiederum etwas ab, was aber vielleicht gar nicht von der sprechenden Person gemeint ist. Indem wir nur hören, was das Gegenüber sagt, können wir uns besser darauf fokussieren. Als Person, die Feedback gibt, gibt es dir – nachdem du die Merkwürdigkeit überwunden hast – ein sichereres Gefühl, deine Worte frei heraus zu sprechen. Versprochen!
Nun geht es los: Formuliere dein vorbereitetes Feedback nach dem WWW-Schema. Wir empfehlen, beim Feedback geben immer mindestens gleich viele positive wie negative Aspekte anzusprechen, wobei diese abwechselnd vorgetragen werden. Das Feedback-Sandwich, welches dir sicher schon ein Begriff ist, beginnt und endet mit einem bestärkendem Aspekt; die Punkte, bei denen eine Änderung gewünscht ist, werden darin eingebettet. Am Ende eurer Feedback-Session, darf die gefeedbackte Person Fragen zum Verständnis stellen, weitere Fragen sind nicht erlaubt. Zuletzt bedankt sich die Person, die das Feedback erhalten hat. Denn, wie eingangs schon geschrieben, Feedback ist ein Geschenk. Vielleicht musst du jetzt ein wenig darüber schmunzeln. Aber ich bin mir sicher, dass du nach dem Gespräch das Bedürfnis hast, dich bei deinem Gesprächspartner für das Feedback, was du erhalten hast, zu bedanken.
Tipp für regelmäßiges Feedback:
Obwohl wir hungrig nach Feedback sind, fällt es im operativen Alltag auch manchmal schwer, regelmäßig Feedback-Termine zu vereinbaren. Aus diesem Grund haben wir beschlossen, dass wir nach jedem Jourfixe eine Feedback-Session von zehn Minuten anschließen. In der Vorwoche findet sich ein Zweier-Team, das nun eine Woche Zeit hat, ein kleines Feedback vorzubereiten. Mit diesen Feedback-Quickies wollen wir die Hemmschwelle senken, größere Feedbackgespräche einzuplanen und auch einfach üben, Feedback zu geben. Das tolle Gefühl, welches das Feedback bewirkt, stellt sich ganz von alleine ein!
Fazit
Wir hoffen, es war interessant für dich zu erfahren, wie wir bei Eis zum Frühstück Feedback leben – und warum wir das für so wichtig halten. Wir würden uns freuen, wenn auch du es einmal ausprobierst, Feedback nach der WWW-Methode zu geben. Wir haben außerdem ein kleines PDF vorbereitet, welches die wichtigsten Infos noch einmal zusammenfasst.
// JETZT DOWNLOADEN //
Unser Tipp: Du kannst dieses Arbeitsblatt direkt für die Vorbereitung deines Feedbackgesprächs nutzen. Probier es doch gleich mal aus – mit deiner Partner:in, deine:r Kolleg:in oder auch deiner Freund:in?
Uns interessieren jetzt deine bisherigen Erfahrungen zum Thema Feedback und freuen uns auf dein Feedback zu unserem Artikel! 🙂 Vielleicht wendest du auch gleich unsere WWW-Methode an?
Wir freuen uns, von dir zu lesen!
Schokoladige Grüße
Caro vom Eis zum Frühstück-Team
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